| Aus der Vereinschronik der SG Hehn :
Teil I 1910-1985
Auszug aus dem Festheft zum 75-jährigen Bestehen der SG Hehn; zusammengestellt von Josef Corsten und Bernd Bihn
Die Gründung
Bereits im Mittelalter, so geht es aus alten Schriften hervor, waren die Hehner des Schießens mächtig. Sie feuerten damals jedoch nicht auf Scheiben, sondern frevelhafterweise auf das heimische Wild. So heißt es in dem Buch (Unsere Heimat), dass selbst die Förster der Abtei des Nachts in den Hehner Wäldern nicht sicher waren.
Freiheitsdrang, Gerechtigkeitsliebe und Starrköpfigkeit, wie es sie auch heute noch in Hehn gibt, haben also bei uns tiefe Wurzeln. Erst im Jahre 1910, also auf dem Höhepunkt der wilhelminischen Epoche, wurde die Schützengesellschaft Hehn gegründet. Begriffe wie Kaiser, Vaterland, Mut und Heldentum standen zu dieser Zeit hoch im Kurs. Die Entfernung dieses Gedankengutes zum Schießen war damals, im Gegensatz zu heute, nicht sehr groß. Dies drückt sich auch in der Beschriftung der Vereinsfahne aus, die aus dieser Zeit (1914) stammt. Dort heißt es : „Üb’ Aug’ und Hand für’s Vaterland“. So waren es auch vorwiegend junge, patriotisch gesinnte Männer, denen die Schützengesellschaft Hehn ihre Existenz verdankt. Von nun an wurde neben dem Schießen auf Wild auch das Schießen auf Ehrenscheiben und Holzsterne zur Tradition. Geschossen wurde auf Hochständen mit einer Büchse des Kalibers 69 (-17,67 mm).
Der erste Vorstand bestand aus dem Vorsitzenden Heinrich Wehnen, dem Schießmeister Christian Laersmacher und dem Schriftführer Adam Wirth. Soweit feststellbar hatte der Verein bis zum Jahre 1914 ca. 12 Mitglieder. Der Schütze Peter Ehler dichtete um diese Zeit das Vereinslied.
Die Teilung
Mit der Einigkeit im Verein währte es jedoch nicht lange. Was für Deutschland die deutsch-deutsche Teilung nach dem zweiten Weltkrieg war, praktizierten die Hehner bereits ca. 40 Jahre vorher, im Jahre 1912. Der Verein wurde gespalten. Ein Teil der Schützen „die Hansenenger Separatisten“ gründeten einen neuen Verein, die Schützenfreunde Hehn. Diese Spaltung sollte jedoch nicht für immer währen.
Wir wollen uns zunächst mit der Geschichte der Schützengesellschaft Hehn beschäftigen und kommen später auf diesen Punkt noch einmal zurück.
Die neue Fahne
Da in der damaligen Zeit ein Verein ohne Vereinsfahne nicht denkbar war, ließ man von einer Kölner Stickerei eine Fahne anfertigen. Die Kosten hierfür überstiegen mit dem stolzen Preis von 300 Goldmark bei weitem die Möglichkeiten der Gesellschaft. Da eine Fahne aber her musste, gab der Schmied Esser, ebenfalls Gründungsmitglied, ein zinsloses Darlehen in Höhe von 200 Goldmark. Eine Quittung über die Rückzahlung dieses Darlehens ist nicht mehr auffindbar. Vermutlich ist diese in den Kriegswirren verloren gegangen !?
Nachdem die Fahne nun im Jahre 1914 endlich geliefert wurde, bereitete man für den 1. August 1914 mit stolzem Eifer eine feierliche Fahnenweihe vor. Doch daraus wurde nichts ! Ausgerechnet der Kaiser machte einen Strich durch die Hehner Schützenrechnung. Musste er denn gerade an diesem Tage, ohne Rücksicht auf seine treuen Hehner Untertanen, eine Krieg vom Stapel brechen und die sofortige Mobilmachung befehlen ? Man kann jedoch annehmen, dass der Unmut über diese Panne sehr schnell anderen, sehr viel größeren Problemen wich.
Die Zeit der Weltkriege
Während des ersten Weltkrieges kam der Schießbetrieb aus verständlichen Gründen gänzlich zum Erliegen.
Nach dem Kriege ging die sportliche Entwicklung des Vereins nur zögerlich von statten, da die Schützen vom Zielen und Treffen noch die Nase voll hatten. Die damaligen schlechten Zeiten taten das ihrige ebenfalls dazu. Erst in den zwanziger Jahren machten die Hehner Schützen wieder von sich reden und durch sportliche Erfolge auf sich aufmerksam.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 erlebte der Schießsport in Deutschland einen neuen Aufschwung. Dieser Aufschwung beschränkte sich jedoch auf das Schießen an sich, mit der politischen und gesellschaftlichen Vielfalt ging es jedoch mehr und mehr zu Ende. So wurden zum Beispiel die Schützenvereine umorganisiert und die Vorstände von der Partei abgelöst und neu bestimmt. Weiterhin musste jeder Sportverein in den Reichsbund der Leibesübungen eintreten. Dieser Verpflichtung kam die SG Hehn nach mehrmaliger Mahnung zum letztmöglichen Termin nach. Es scheint dem damaligen Vorstand gelungen zu sein, über längere Zeit durch die Maschen der nationalsozialistischen Bürokratie zu schlüpfen, denn der im Jahre 1935 gewählte Vereinsführer Johann Hansen wurde erst am 14.12.1937 vom Reichssportführer bestätigt. Nun hatte man uns also auch in Berlin zur Kenntnis genommen.
Besonderes Wohlwollen erwarb der Verein sich bei den Nazis jedoch nicht. Bei einer Sammlung für die Olympiaglocke, die ein Geburtstagsgeschenk an den Reichssportführer sein sollte, kamen ganze 2,62 RM zusammen. Bei diesem mageren Ergebnis konnte der Schall dieser Glocke natürlich auch nicht in die Vereinskasse zurück klingen. Ende 1941 verstummen die Zeugnisse aus dieser unglückseligen Zeit mit einer Niederschrift über eine Sammlung für das Winterhilfswerk.
Das 25-jährige Jubiläum
Wir wollen jedoch noch einmal in das Jahr 1935 zurück schauen. Die Schützengesellschaft Hehn feiert erstmals Geburtstag : „25 Jahre SG Hehn !“ Dies wurde auch damals groß gefeiert. Es wurde ein Festumzug durchgeführt, an dem viele befreundete Schützenvereine teilnahmen, von denen heute noch einige existieren; so zum Beispiel der Gladbacher Schützenverein 1836 und die Kaiser-Friedrich-Schützengesellschaft von 1911.
Es ist erstaunlich, dass ein Fest mit einem derartigen Rahmen (Festumzug, Gefallenenehrung, Preisschießen und Schützenball) von den damals nur 20 Vereinsmitgliedern durchgeführt werden konnte :
Vereinsführer Johann Hansen, stellv. Vereinsführer Heinrich Wehnen, Heinrich Esser, Paul Wehnen, Wilhelm Esser, Schriftführer Peter Kalscheuer, Johann Dammer, Franz Jacobs, Johann Mocken, Schießwart Christian Laersmacher, Karl Theißen, Peter Sporken, Jakob Hahnen, Peter Röhrhoff, Robert Stapper und Hubert Schneiders. Dazu die Jungschützen Karl Esser, Peter Sporken II, Josef Sterzen und Hans Bongartz.
Fast das Ende ?
Nach dem zweiten Weltkrieg kam das Vereinsleben relativ schnell wieder in Gang. Bereits am 5.3.1951 wurde eine neue Vereinssatzung verabschiedet, die vom Vorsitzenden Karl Theißen unterzeichnet ist. In den nun folgenden 10-15 Jahren stand bei den Hehner Schützen nicht der Leistungsgedanke sondern die Geselligkeit im Vordergrund. Dies führte dazu, dass im Jahre 1665 der Verein am Rande der Auflösung stand. So wurde am 16.3.1966 auf einer außerordentlichen Generalversammlung wegen Nachwuchsmangel der Antrag gestellt, die SG Hehn aufzulösen.
Vor Abstimmung über diesen Antrag wählten jedoch auf Grund des Widerstandes von Peter Mehls die wenigen Anwesenden (18 Personen) einen neuen Vorstand. Ein Jahr später wählte man Peter Mehls zum Vorsitzenden. In dieser Position blieb er bis 1970. In diesen drei Jahren erfolgte sozusagen die Grundsteinlegung für das sportliche Fortkommen des Vereins.
Spitzensport und Jugendarbeit
Im Jahre 1970 wurde die Marschrichtung der Schützengesellschaft für zumindest die nächsten 15 Jahre dadurch festgelegt, dass Bert Kerfers Vereinsvorsitzender und Karl-Heinz Schipperges (Schuster) Jugendwart wurde. Diese beiden Ämter werden auch heute noch von ihnen bekleidet. (Anm.: Chronik aus dem Jahre 1985 !)
Diese Kontinuität in der Vereinsführung und der persönliche Einsatz der beiden Männer sollten zur Basis einer breitensportlichen Vereinsarbeit bis in den Spitzensport hinein werden. Die Ausdehnung der sportlichen Aktivitäten in den siebziger Jahren auf fast alle schießsportlichen Disziplinen machte das Vereinsleben attraktiver und führte zu einer nachhaltigen Erhöhung der Mitgliederzahl ( 1985 ca. 140 Mitglieder).
Der Aufbau einer starken Jugendabteilung durch Karl-Heinz Schipperges gewährte dem Verein das notwendige Nachwuchspotenzial, ohne das kein Sportverein auf Dauer existieren kann. Die sportlichen Erfolge speziell auch der Vereinsjugend sprechen für sich.
Aber auch außersportlich waren Erfolge zu verzeichnen. So wurden Schießstand und Clubraum in der Gaststätte Esser in Eigenleistung renoviert bzw. hergestellt. Es konnten freundschaftliche Kontakte zu Schützenvereinen in Frankreich, Bayern und der Eifel angeknüpft werden. Im Jahre 1977 durfte die SG Hehn das Erbe der im Jahre 1912 abgespaltenen Schützenfreunde Hehn antreten. Von nun an marschierten in Hehn wieder alle Sportschützen gemeinsam hinter beiden Fahnen. Wir wollen hoffen, dass dies auch in Zukunft so bleibt.
Mit der Eintragung ins Vereinsregister im Jahre 1979 wurde die SG Hehn zur juristischen Person. Gleichzeitig erkannte man uns seitens des Finanzamtes als gemeinnützigen Verein an.
Auf Kreis- bzw. Bezirksebene gelang es dem Verein ab dem Jahre 1981 mit der Durchführung der Sommerrundenwettkämpfe die Lücke der langen wettkampflosen Zeit zu schließen. An dieser Wettkampfrunde nehmen mittlerweile 37 Mannschaften aus nah und fern teil. Das Sommerrundenfest, das von Hehn und in Hehn Jahr für Jahr ausgerichtet wird, ist die einzige regelmäßige gesellschaftliche Veranstaltung der Sportschützen im Schützenkreis Mönchengladbach. Dies alles zeigt, dass die Schützengesellschaft Hehn heute auf einer vernünftigen sportlichen Grundlage steht, ohne das Geselligkeit und Menschlichkeit dabei zu kurz kommen.
Für die Zukunft hoffen und wünschen wir, dass die SG Hehn in Einigkeit und mit sportlichem Eifer ihre satzungsmäßigen Ziele weiterverfolgt und auch nach weiteren 75 Jahren wieder Jubiläum feiern kann. Hehn 1985
Teil II 1985-2010
Auszug aus dem Festheft zum 100-jährigen Bestehen der SG Hehn; zusammengestellt von Kerstin Müller
Das 75jährige Jubiläum
Im Jahr 1985, für viele unserer Mitglieder noch gut im Gedächtnis, feierte die SG Hehn ihr 75jähriges Vereinsjubiläum.
Das seinerzeit erstellte 65 Seiten starke Festheft gibt uns noch heute einen kleinen Einblick in das Vereinsleben vor 25 Jahren. Das Festprogramm umfasste damals ein großes Sommerrundenfest mit einer Siegerehrung des Jubiläumsschießens, einem Teilerschießen und einer Verlosung, sowie, am darauf folgenden Tag, einen offiziellen Empfang mit einer Waffenausstellung und dem noch heute gerne lobend erwähnten Handwerkermarkt. Insbesondere die Jugendarbeit wurde von den vielen Gratulanten aus Kreis und Bezirk hervorgehoben und gelobt. Sie feierte in diesem Jahr bereits ihr 15jähriges Bestehen.
Sportlicher Höhenleistungen und Jugendarbeit
Zu Beginn der 90er Jahre stand das Vereinsleben den sportlichen Erfolgen in nichts nach. Die alljährliche Jugendfahrt führte die jungen Schützen und ihre Betreuer nach Nettersheim, Hinterbichel, Ungarn und Holland. Nicht das Ziel, sondern immer die Gesellschaft, waren hier der Ausschlag gebende Grund für den Erfolg dieser Fahrten. Sportlich stand in den Jahren 1991-1994 die erfolgreiche Teilnahme an den NRW-Meisterschaften und die Teilnahme zahlreicher jugendlicher und auch erwachsener Schützen an den deutschen Meisterschaften in München an. Und wie nicht anders zu erwarten wurden auch diese Fahrten nicht etwa auf das sportliche Ereignis an den Wochenenden reduziert, sondern die Schützen und die zahlreichen Betreuer und Begleiter nutzen die Gelegenheit, um eine gemeinsame Woche an der Isar zu verbringen, die nicht selten einer zweiten Jugendfahrt glich. Den Teilnehmern der DM 1991 bleibt die Fahrt sicherlich besonders in Erinnerung, landeten doch 6 von ihnen mit einer Lebensmittelvergiftung im Krankenhaus.
Im Jahr 1991 wurde unser damaliges Vereinsmitglied Karl-Heinz Dappen Deutscher Meister in der Disziplin 60-Schuss-Liegend und 1993 schossen zwei unserer Mannschaften in der Oberliga, die Luftgewehrmannschaft erreichte sogar die Bundesligaaufstiegsrunde. Die Medaillenspiegel der Kreis- und Stadtmeisterschaften werden von den Hehnern dominiert und die Teilnahme an Bezirks- und Landesmeisterschaften ist für die meisten Schützen längst zum festen Termin geworden. Die Zeitungsartikel aus diesen Jahren tragen Titel wie „Hehner Schützen bei der DM“, „Schützen auf Erfolgskurs“, „Hehner Schützen nicht zu schlagen“ oder „Hehner Schützen beim Nachwuchs führend“ und belegen damit die sportliche Extraklasse unseres Vereins.
Die sportlichen Erfolge dieser Jahre kann man jedoch nicht hervorheben, ohne den damaligen Sportwart und Trainer der Jugendabteilung zu erwähnen. Guido Weingran hat dem Verein, neben seinen eigenen sportlichen Erfolgen, in diesen Jahren nicht nur seine fachliche Kompetenz sondern vor allem auch seine Zeit zur Verfügung gestellt und damit einen großen Anteil an den Leistungen der Jugendabteilung. Für sein Engagement wurde im Jahr 1990 mit der Silbernen Vereinsnadel ausgezeichnet.
Ein besonderes Zeugnis dieser Zeit ist der „Hehner Schützenbote“. Die Vereinszeitschrift wurde von 1992 bis 1994 einmal im Quartal in allen Hehner Haushalten verteilt und hielt die Bewohner mit Infos und Terminen, Medaillenspiegeln und Berichten zum Vereinsleben und den sportliche Erfolgen immer auf dem Laufenden. Auch heute noch kann man auf der Internetseite des Vereins in den alten Ausgaben nachlesen, was die Schützen damals interessierte. Über eine Wiederbelebung der Vereinszeitschrift wird zurzeit nachgedacht.
Eine personelle Änderung in der Jugendabteilung gab es im Jahr 1992. Karl-Heinz Schipperges gab den Posten des Jugendleiters ab und der Kreisjugendleiter Rolf Kämmerling, wurde für 2 Jahre Jugendleiter der SG Hehn. Er war es auch, der sich bereits im Jahr 1992 dafür aussprach, den Club der Wildschützen aus Giesenkirchen in unseren Verein zu integrieren, der über eine starke Jugendabteilung verfügte, jedoch keinen eigenen Vorstand mehr benennen konnte. Diese Fusion brachte der SG Hehn weitere talentierte junge Schützen, die zunächst noch unter der Führung von Rolf Kämmerling in Giesenkirchen weiter trainierten, jedoch im Laufe der kommenden Jahre auch den gesellschaftlichen Teil des Hehner Vereinslebens aus nächster Nähe erleben wollten und sich immer häufiger auf dem Schießstand in Hehn zum Training einfanden.
Verein ohne Heimat
Dann kam das Jahr 1995. Befassen wir uns zunächst mit dem erfreulichen Thema dieses Jahres: die Jugendabteilung feiert ihr 25jähriges Bestehen. Ein Festheft wird gedruckt, ein Sommerfest organisiert, die Erfolge der letzten 25 Jahre und die daran maßgeblich beteiligten Mitglieder geehrt. Die Jugendabteilung, die sich selbst verwaltet und sowohl über eine eigene Jugendordnung verfügt als auch ihren Vorstand selbst bestimmt, wählt in diesem Jahr Ingo Jacken zum neuen Jugendleiter, der dieses Amt noch heute ausübt.
Trotz dieses Jubiläums ist das Jahr 1995 doch eines der schwärzesten in der jüngeren Vereinsgeschichte. Im Hehner Schützenboten 3/94 steht es erstmals schwarz auf weiß: die Gaststätte Esser und mit ihr der Schießstand der SG Hehn im Herzen des Dorfes wird im Sommer 1995 abgerissen und die Mitglieder müssen für Training und Wettkämpfe auf die städtische Schießsportanlage Rheindahlen ausweichen, die sie sich mit 12 weiteren Vereinen teilt. Den Verlust des eigenen Vereinheims kann kein noch so erfolgreicher Sportverein problemlos verkraften. So wird der Abriss der Gebäude und vor allem die vorangehende Demontage und Einlagerung der vereinseigenen Einrichtung für alle Beteiligten eine sehr emotionale Angelegenheit.
Während die Hehner Schützen in sportlicher Hinsicht weiterhin Erfolge feiern, auch wenn diese von der Hehner Bevölkerung nicht mehr richtig wahrgenommen werden, sind es vor allem der gesellige Teil des Vereinslebens und die Jugendarbeit, die unter den neuen Umständen leiden und immer weiter zurückgehen. Die Öffentlichkeitsarbeit beschränkt sich von nun an auf die Hubertusfeier und den Schießstand auf dem Pfarrfest, beides Ereignisse, die den Verein zumindest nicht ganz von der Hehner Bildfläche verschwinden lassen, jedoch bei weitem nicht ausreichen, um junge Schützen anzuziehen und für den Sport zu begeistern. Veranstaltung wie das Buggemann- oder das Ostereierschießen sind nicht mehr möglich. Schließlich kommt auch noch erschwerend hinzu, dass die Änderung des WaffG im Jahr 2003 nun auch die Betreibung des Schießstandes auf dem Pfarrfest unmöglich macht.
Einen Großteil seiner Zeit verbringt der Vorstand seit 1995 mit der Planung eines neuen Schießstandes. Denn von Anfang an war allen klar, dass der Schießbetrieb in Rheindahlen nur eine Notlösung sein kann und die SG Hehn schnellstmöglich wieder eine neue Heimat im Dorf finden muss. Entgegen der ersten optimistischen Bemühungen gestaltet sich diesen Unterfangen jedoch als äußerst schwierig und den Beteiligten wird schließlich klar, dass die bisherigen Versuche keinen schnellen Erfolg bringen werden. In den letzten 10 Jahren wurden an insgesamt sechs verschiedenen Standorten in und um Hehn Planungen in Angriff genommen, Entwürfe gezeichnet, Kostenschätzungen er- und Anträge gestellt, jedoch ohne konkreten Erfolg. Und so ist leider das passiert, was sich vor 15 Jahren noch niemand vorstellen konnte: die SG Hehn schießt weiterhin in Rheindahlen, das Vereinsleben ist schwierig, die Jugendarbeit so gut wie nicht mehr möglich. Wir hoffen jedoch, in der Zukunft eine Lösung für dieses Problem zu finden, denn wer die Vereinschronik kennt, der weiß, dass die SG Hehn schon schwerere Zeiten überstanden hat.
Im Jahr 1999 wird ein Großteil des Vorstandes neu gewählt. Bert Kerfers gibt nach 29 Jahren das Amt des 1. Vorsitzenden an Bernd Bihn ab, nicht jedoch, um sich von der Vorstandsarbeit zurückzuziehen, sondern um von nun an die sportlichen Geschicke als Sportwart in die Hände zu nehmen. Außerdem wird er von der Versammlung zum Ehrenvorsitzenden der SG Hehn ernannt.
Sportlicher Aufschwung
Bereits im Hehner Schützenboten 1/94 wurde eine neue Disziplin erwähnt, die zu dieser Zeit noch hinter vorgehaltener Hand belächelt wurde, ohne dass man ahnte, welche ernorme Bedeutung sie für unseren Verein bekommen würde. Die Schlagzeile seinerzeit hieß: „Schuster’s Comeback“ und der Bericht befasste sich mit dem Training unserer ersten 5 Aufgelegt-Schützen.
Im Jahr 2005/2006 dann war es soweit. Der DSB nahm das Aufgelegt-Schießen sowohl mit dem KK- als auch mit dem Luftgewehr als Disziplin in die Sportordnung auf und im Jahr 2006 wurden die ersten offiziellen Deutschen Meisterschaften ausgetragen. Die neue Seniorenabteilung wächst von nun an stetig und bildet inzwischen mit ca. 25 aktiven Mitgliedern die größte Abteilung in unserem Verein, die überaus erfolgreich an den Meisterschaften bis hin zur Deutschen Meisterschaft teilnimmt und in beiden Disziplinen (LG und KK) Mannschaften in der Landesliga stellt. Auch das Training der Aufgelegt-Riege ist sehr gut besucht und macht einen großen Teil des Vereinslebens auf dem Schießstand in Rheindahlen aus.
Ein weiterer sportlicher Erfolg in der jüngeren Vergangenheit ist der Aufstieg der Luftpistolenmannschaft die im Jahr 2007 in der Oberliga geschossen hat. Seither hat sich die Anzahl der Mannschaften in der Landeliga weiter erhöht, aktuell waren es in der Saison 2009 insgesamt 6 Mannschaften auf Landesebene, dazu 4 im Bezirk und 4 im Kreis.
Neue Wege an die Öffentlichkeit
Auch vor den „neuen“ Medien durfte sich der Verein natürlich nicht verschließen, insbesondere weil die Öffentlichkeitsarbeit immer eine schwierige Angelegenheit ist.
Bereits 2003 war die SG Hehn auf der Hehner Internetseite T-A-U vertreten. Zunächst mit eher spärlichen Informationen, im Laufe der Zeit jedoch immer häufiger mit aktuellen Neuigkeiten zu Wettkämpfen und Terminen.
Seit dem Jahr 2008 nun hat die SG Hehn die Möglichkeit, selber Neuigkeiten, Berichte, Termine und vor allem sportliche Erfolge ins Netz zu stellen. Die Seite wurde erweitert und ausgebaut und so findet der schießsportinteressierte Bürger unter der Adresse www.sghehn.de alle Informationen, die er benötigt, um schnell und einfach das Vereinsleben zu verfolgen und auf dem Laufenden zu bleiben. Auch findet man hier die bereits erwähnten „Hehner Schützenboten“ und die Festhefte „75 Jahre SG Hehn“ und „25 Jahre Jugendabteilung“ zum Nachlesen.
100 Jahre SG Hehn
Im Jahre 2010 nun feiert die SG Hehn ihr 100jähriges Vereinsjubiläum.
Die Planungen für dieses Fest begannen bereits 2008 mit der Bildung eines Ausschusses, der die Feierlichkeiten vorbereitet, das Festheft gestaltet, ein Jubiläums-Pokalschießen organisiert, und einen großen Abschlusstag geplant hat, und sich wünscht, dass der Verein auf diese Weise vor allem den Hehner Bürgern und Vereinen ins wieder einmal Gedächtnis gerufen wird. Den Schützenvereinen in Kreis und Bezirk war die SG Hehn dankt der sportlichen Erfolge schließlich in all den Jahren immer präsent.
Karl-Heinz Schipperges, seit März 2009 nun unser 1. Vorsitzender, sowie der gesamte Vorstand, der Festausschuss und unsere ca. 140 Vereinsmitglieder, hoffen auf eine rege Beteiligung aller an den Feierlichkeiten im kommenden April, auf etwas öffentliche Resonanz und vor allem natürlich darauf, dass auch einige Jugendlichen wieder Interesse an diesem schönen Sport bekommen und ihr Talent vielleicht einmal beim Training testen möchten.
Denn wenn wir es schaffen in der nahen Zukunft ein neues Vereinsheim zu bekommen, dann doch hauptsächlich für den Nachwuchs, der hoffentlich in 25 Jahren wieder ein Jubiläum zu organisieren hat.
Hehn 2010
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