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SG Hehn - Jugendabteilung zur Übersicht
10.09.1995
25 Jahre Jugendabteilung
Jugendfahrten
Jugendfahrten - dieses Wort hat mit Sicherheit in jedem Verein, in dem aktive Jugendarbeit geleistet wird - eine bestimmte Bedeutung. Bei uns ist es durchgehend an positive Erinnerungen geknüpft. Egal, ob sie in ein fernes Land wie "Ungarn" oder in ein nahes Dorf wie "Nettersheim / Eifel" führte, Spaß hatten wir immer.
So manche Geschichte kann dort erzählt werden, besonders von solchen Jugendfahrten, wo das "Problem" Selbstverpflegung anstand. Aber da hatten wir ja unseren Schuster ! Für einen fleißigen Kartoffelschäler gab es dann schon mal eine Portion Nachtisch extra oder man durfte abends am Lagerfeuer eine Viertelstunde länger aufbleiben. Und eben das Lagerfeuer war immer ein besonderer Anziehungspunkt am Abend.

Der Ort Nettersheim in der Eifel gab da das optimale Umfeld dafür ab. Ein altes Eisenbahnerheim ca. 1 Km vom Ortskern abgelegen an einer Bahnstrecke (Euskirchen - Blankenheim) nutzten wir zu Unterkunft. Etwa 30 Personen können hier übernachten. Außerdem gibt es einen Tischtennisraum, einen Aufenthaltsraum und eben den besagten Grillplatz, der etwa 100m vom Haus entfernt liegt.
Der typische Tagesablauf einer Jugendfahrt hat dort folgendes Aussehen: morgens um 8.00 Uhr hörte man zum Entsetzen aller ein Jagdhorn, mit dem unsere Schuster höchstpersönlich zum Aufstehen einlud (nach einer langen Nacht am Lagerfeuer führte das morgens schon mal zu Kopfschmerzen). Der Küchendienst hatte immer den Vorteil, daß er eine Stunde eher geweckt und nicht mit einem gewaltigen Getöse aus dem Schlaf gerissen wurde.
Eine wichtige Aufgabe des Küchendienstes am Morgen: Brötchen und "Bild"-Zeitung holen. Man muß ja schließlich auf dem Laufenden bleiben und hier gibt es keinen Fernseher... Der Morgen verlief, wenn man nicht gerade Küchendienst hatte und kein Sonntag war (denn dann kochte Schuster immer in drei bis vier Gängen), immer recht ruhig. Man nutzte ihn zum Einkaufen. Nach dem Mittagessen zeigte man seine Wanderfreude. Da hat die Eifel genug zu bieten... und warum soll man eine Wanderung nicht mit einer Schnitzeljagt verbinden. Aufgrund kundiger Kartenleser wird das vereinbarte Ziel schonmal leicht verfehlt, weil plötzlich eine Schonung zum Steinbruch wird. Das bringt genug Diskussionsstoff für den Abend...
Wohlgesonnen zurück (die Verfolger hatten aufgrund des "Mißverständnisses" ihre Wanderung abgebrochen und sind zum Haus zurückgekehrt), wurde natürlich wieder einmal das Essen vorbereitet, abgespült und sich dann für den Abend fit gemacht.
Gegen 20.00 Uhr ging es dann meistens los: Das Feuer wurde entzündet, die Kartoffeln in Folie eingewickelt (oder auch nicht) und natürlich Getränke bereitgestellt. Unter sternenklarem Himmel zählte man Sternschnuppen, vorüberfliegende Satelliten oder man diskutierte halt einfach über den Tag. Zu vorgerückter Stunde kam die Gitarre zum Einsatz und manch einem wurde das Singen beigebracht. Schwierig wurde es dann allerdings immer, wenn die "jüngeren" Teilnehmer ins Bett mußten. Sie wollten natürlich nicht. Aber Schuster hatte alles im Griff: "Wenn ihr jetz net nom Bett jeht, hatt ihr morje Küekedienst !".
Damit war dann alles klar.  Aber es gab ja nur nicht Nettersheim, was Besonderes ist es aber schon.
Da war auch z.B. noch unsere bisher weiteste Fahrt an das Südufer des Plattensees nach Ungarn in den Touristenort Siofok. Zwei Tage benötigten wir für die Fahrt und übernachteten auf der Hin- und Rückfahrt in der Jugendherberge in Passau.
Die Örtlichkeit versprach diesmal keinen "Aktivurlaub" nach "Wandersmannart", weil der Strand ja so nahe lag ! Und so war es dann auch: Das Leben im Ort war nachts am aktivsten, tagsüber ruhte man sich am Strand aus oder begab sich mehreremale auf ein Surfbrett, ohne auch nur einmal länger als 5 Sekunden darauf stehen zu bleiben. Ach ja, Wasserschlachten waren natürlich auch angesagt inclusive "Bootkentern" und "Viski Pushka" (= Riesenwasserpistole; diese wurde zum Trend am Strand, weil jeder von uns eine zur Verteidigung im Wasser besitzen mußte, andere Leute dies sahen und sich auch eine kauften ... ).

Hehner als Trendsetter - nicht das erste und letzte mal...


Weitere Kapitel:
Das Dokument wurde erstellt von: Ingo Lenzen
Das Dokument wurde zuletzt bearbeitet von: Ingo Lenzen
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