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22.01.2012
Zehnter Großer Plattdeutschabend in Hehn
Dem Plattdeutschen fehlen die jungen Fans
Reger Besuch stellte sich zum zehnten Plattdeutschabend im Hehner Pfarrheim ein.
Margit Gärter beim Vortrag Ihrer "Stöckskes".
Der große Plattdeutschabend am 09.02.2012, zu dem der Hehner Verein Talk-About-Us (TAU) stets am Anfang eines neuen Jahres einlädt, erfreut sich großer Beliebtheit. So fanden auch jetzt beim zehnten Abend rund 60 Bürgerinnen und Bürger den Weg ins Hehner Pfarrheim.
Und die kamen nicht nur aus Hehn, sondern auch "aus den Orten drum herum", so wie Klaus Cörstges bei der Begrüßung erfreut feststellte.
Ursprünglich sollte der Abend auch jüngere Bürger mit der Mundart vertraut machen. Anfangs kamen einige junge Leute, die aber schon bald weg blieben. Bisher gab es, außer dem großen Abend am Anfang des Quartals auch einen kleinen Mundartabend. Aber da ließ die Beteiligung zu wünschen übrig. Deshalb können sich interessierte Mundartfreunde nur noch auf einen kleinen Abend im Oktober freuen, der im Seniorenzentrum St. Mariä Heimsuchung stattfindet.
Aus dem Freundeskreis Gladbacher Mundart Autoren hatten sich Dieter Coenen, Manfred Dülpers, Johannes Ohlig, Rudi Schreur, Helmut Schrammel, Reiner Steppkes und Kurt P. Gietzen, Sprecher der Autorengruppe, zur Verfügung gestellt. Auch Margret Gärtner, die einzige Frau im Team, war nach langer Zeit wieder dabei. Sie hat immer so nette Geschichten aus der alten Zeit parat. "Bee oss fing d'r Daach möt en Kruut-Botteram aan", ließ sie wissen. Und dann erklärte sie, wofür das gute Rübenkraut sonst noch zu gebrauchen war. Oma sagte immer: "Dat kläävt." Mit Spö op d'r Kopp ersetzte es für die sogar das Haarspray.
So manche Geschichte ist aus dem Leben gegriffen, wie die, die mit "ich will jo nix saare" beginnen. Und dann werden Gerüchte in die Welt gesetzt. "Wer mit wemm ne Knöngel hann soll", "Wat sich die Nachbarn so alles leiste könne", oder auch "wat Tring vörr Ansprüche stellt". Und die Moral von der Geschicht: "Es wäre viel weniger Streit auf der Erde, wenn nur das gesagt würde, was es wert ist". Doch über die meisten Stöckskes konnte man schmunzeln oder lachen. Da war die 90-jährige Oma, die starke Zahnschmerzen hatte und jammerte: "Min Täng, min Täng". Aber zum Zahnarzt wollte sie nicht. Das gute Zureden des Sohnes artete fast im Streit aus. Als es ihr zu viel wurde, nahm sie das Gebiss heraus und legte es auf den Tisch mit den Worten: "Möt mich kannste dich verdraare, ever dann musste domit nom Dokter jonn."
Als Dankeschön gab es für die Mitwirkenden eine Flasche der Neuauflage des Hehner Weins.

Quelle: Rheinische Post, zum Artikel

Das Dokument wurde erstellt von: Ingo Lenzen
Das Dokument wurde zuletzt bearbeitet von: Ingo Lenzen
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